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Impfen im Herbst: Grippe, Corona – und ein Blick in den Impfpass

vor 4 Stunden
3 Min. Lesezeit

Die Tage werden kürzer, und mit der kalten Jahreszeit nehmen Atemwegsinfekte wieder zu. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich gegen Grippe und, für bestimmte Personengruppen, gegen Corona impfen zu lassen. Wir möchten Sie außerdem bitten, Ihren Impfpass mitzubringen, denn viele Erwachsene haben unbemerkt Impflücken.


Grippe-Impfung (Influenza)

Die echte Grippe ist keine harmlose Erkältung. Sie beginnt oft plötzlich mit hohem Fieber, Husten und starken Gliederschmerzen. Besonders bei älteren und chronisch kranken Menschen kann sie schwer verlaufen und zu Lungenentzündungen oder Krankenhausaufenthalten führen. Da sich die Grippeviren ständig verändern, muss die Impfung jedes Jahr mit einem aktuellen Impfstoff wiederholt werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippe-Impfung allen Menschen ab 60 Jahren. In dieser Altersgruppe wird ein speziell verstärkter Impfstoff (Hochdosis- oder adjuvantierter Impfstoff) verwendet, der bei älteren Menschen besser wirkt. Empfohlen ist sie außerdem unabhängig vom Alter für Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Herz-, Lungen-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, geschwächtes Immunsystem), für Schwangere, für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, für medizinisches und pflegerisches Personal sowie für Menschen, die Risikopersonen im eigenen Haushalt oder in der Pflege betreuen und diese anstecken könnten.

Der beste Zeitpunkt ist Oktober bis November. Eine spätere Impfung ist aber auch im Dezember und darüber hinaus noch sinnvoll.


Corona-Impfung (COVID-19)

Die STIKO hat ihre Empfehlung im Sommer 2026 angepasst. Da die meisten Menschen durch Impfungen und durchgemachte Infektionen inzwischen gut vor schweren Verläufen geschützt sind, gilt die jährliche Auffrischimpfung jetzt als Standard für alle ab 75 Jahren (bisher ab 60). Gesunde Erwachsene unter 75 Jahren benötigen in der Regel keine jährliche Corona-Impfung mehr.

Unabhängig vom Alter wird die jährliche Auffrischung weiterhin empfohlen für Menschen mit relevanten Grunderkrankungen (ab 6 Monaten), für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, für Schwangere mit Grunderkrankung oder Schwangerschaftskomplikationen, für Pflegepersonal mit direktem Bewohnerkontakt, für medizinisches Personal mit erhöhtem Ansteckungsrisiko oder in der Betreuung von Risikopatienten sowie für enge Angehörige von Menschen, bei denen die Impfung selbst nicht ausreichend wirkt (z. B. bei stark geschwächtem Immunsystem).

Geimpft wird am besten im Spätsommer oder Frühherbst, also jetzt. Wer aus den genannten Gruppen im laufenden Jahr bereits an Corona erkrankt war und ein gesundes Immunsystem hat, kann auf die Auffrischung verzichten. Grippe- und Corona-Impfung können am selben Termin gegeben werden.


Bitte bringen Sie Ihren Impfpass mit!

Bei vielen Erwachsenen ist der Impfschutz lückenhaft, ohne dass sie es wissen. Das betrifft vor allem die folgenden Impfungen:

Impfung

Für wen?

Wann?

Tetanus und Diphtherie

alle Erwachsenen

Auffrischung alle 10 Jahre

Keuchhusten (Pertussis)

alle Erwachsenen

einmalig zusammen mit der nächsten Tetanus-Diphtherie-Auffrischung; Schwangere in jeder Schwangerschaft

Pneumokokken (Lungenentzündung)

ab 60 Jahren, bei Risikofaktoren auch früher

einmalige Impfung

Gürtelrose (Herpes zoster)

ab 60 Jahren, bei Grunderkrankungen ab 50

zwei Impfungen im Abstand von 2 bis 6 Monaten

RSV (Atemwegsvirus)

ab 75 Jahren, bei Grunderkrankungen ab 60

einmalige Impfung, am besten vor der Wintersaison

Masern

nach 1970 Geborene ohne oder mit unklarem Impfschutz

einmalige Impfung

Gerade Tetanus wird oft vergessen: Eine Verletzung im Garten reicht aus, und eine Tetanusinfektion kann lebensgefährlich sein. Keuchhusten ist auch bei Erwachsenen verbreitet und für Säuglinge in der Familie besonders gefährlich.


Unser Angebot

Bringen Sie bei Ihrem nächsten Besuch Ihren Impfpass mit. Wir prüfen gerne, welche Impfungen bei Ihnen sinnvoll oder fällig sind, und beraten Sie persönlich. Die von der STIKO empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Vereinbaren Sie gern einen Termin.


Quelle: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 4/2026 und 28/2026.

 
 
 

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