Impfen im Herbst: Grippe, Corona – und ein Blick in den Impfpass
Die Tage werden kürzer, und mit der kalten Jahreszeit nehmen Atemwegsinfekte wieder zu. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich gegen Grippe und, für bestimmte Personengruppen, gegen Corona impfen zu lassen. Wir möchten Sie außerdem bitten, Ihren Impfpass mitzubringen, denn viele Erwachsene haben unbemerkt Impflücken.
Grippe-Impfung (Influenza)
Die echte Grippe ist keine harmlose Erkältung. Sie beginnt oft plötzlich mit hohem Fieber, Husten und starken Gliederschmerzen. Besonders bei älteren und chronisch kranken Menschen kann sie schwer verlaufen und zu Lungenentzündungen oder Krankenhausaufenthalten führen. Da sich die Grippeviren ständig verändern, muss die Impfung jedes Jahr mit einem aktuellen Impfstoff wiederholt werden.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippe-Impfung allen Menschen ab 60 Jahren. In dieser Altersgruppe wird ein speziell verstärkter Impfstoff (Hochdosis- oder adjuvantierter Impfstoff) verwendet, der bei älteren Menschen besser wirkt. Empfohlen ist sie außerdem unabhängig vom Alter für Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Herz-, Lungen-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, geschwächtes Immunsystem), für Schwangere, für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, für medizinisches und pflegerisches Personal sowie für Menschen, die Risikopersonen im eigenen Haushalt oder in der Pflege betreuen und diese anstecken könnten.
Der beste Zeitpunkt ist Oktober bis November. Eine spätere Impfung ist aber auch im Dezember und darüber hinaus noch sinnvoll.
Corona-Impfung (COVID-19)
Die STIKO hat ihre Empfehlung im Sommer 2026 angepasst. Da die meisten Menschen durch Impfungen und durchgemachte Infektionen inzwischen gut vor schweren Verläufen geschützt sind, gilt die jährliche Auffrischimpfung jetzt als Standard für alle ab 75 Jahren (bisher ab 60). Gesunde Erwachsene unter 75 Jahren benötigen in der Regel keine jährliche Corona-Impfung mehr.
Unabhängig vom Alter wird die jährliche Auffrischung weiterhin empfohlen für Menschen mit relevanten Grunderkrankungen (ab 6 Monaten), für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, für Schwangere mit Grunderkrankung oder Schwangerschaftskomplikationen, für Pflegepersonal mit direktem Bewohnerkontakt, für medizinisches Personal mit erhöhtem Ansteckungsrisiko oder in der Betreuung von Risikopatienten sowie für enge Angehörige von Menschen, bei denen die Impfung selbst nicht ausreichend wirkt (z. B. bei stark geschwächtem Immunsystem).
Geimpft wird am besten im Spätsommer oder Frühherbst, also jetzt. Wer aus den genannten Gruppen im laufenden Jahr bereits an Corona erkrankt war und ein gesundes Immunsystem hat, kann auf die Auffrischung verzichten. Grippe- und Corona-Impfung können am selben Termin gegeben werden.
Bitte bringen Sie Ihren Impfpass mit!
Bei vielen Erwachsenen ist der Impfschutz lückenhaft, ohne dass sie es wissen. Das betrifft vor allem die folgenden Impfungen:
Impfung | Für wen? | Wann? |
Tetanus und Diphtherie | alle Erwachsenen | Auffrischung alle 10 Jahre |
Keuchhusten (Pertussis) | alle Erwachsenen | einmalig zusammen mit der nächsten Tetanus-Diphtherie-Auffrischung; Schwangere in jeder Schwangerschaft |
Pneumokokken (Lungenentzündung) | ab 60 Jahren, bei Risikofaktoren auch früher | einmalige Impfung |
Gürtelrose (Herpes zoster) | ab 60 Jahren, bei Grunderkrankungen ab 50 | zwei Impfungen im Abstand von 2 bis 6 Monaten |
RSV (Atemwegsvirus) | ab 75 Jahren, bei Grunderkrankungen ab 60 | einmalige Impfung, am besten vor der Wintersaison |
Masern | nach 1970 Geborene ohne oder mit unklarem Impfschutz | einmalige Impfung |
Gerade Tetanus wird oft vergessen: Eine Verletzung im Garten reicht aus, und eine Tetanusinfektion kann lebensgefährlich sein. Keuchhusten ist auch bei Erwachsenen verbreitet und für Säuglinge in der Familie besonders gefährlich.
Unser Angebot
Bringen Sie bei Ihrem nächsten Besuch Ihren Impfpass mit. Wir prüfen gerne, welche Impfungen bei Ihnen sinnvoll oder fällig sind, und beraten Sie persönlich. Die von der STIKO empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Vereinbaren Sie gern einen Termin.
Quelle: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 4/2026 und 28/2026.

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